Dominik Hurcks
Die versteckte Strategie hinter Iran, Krieg und globaler Macht

Die versteckte Strategie hinter Iran, Krieg und globaler Macht

22. März 2026·Deutschland & die Welt

Das Wichtigste in Kürze

  • Florian Homm deutet die aktuellen Konflikte als Teil einer globalen Geostrategie, in der es um Macht, Energie und die Schwächung Chinas geht.
  • Nach seiner Lesart sind Kriege wie in der Ukraine oder in Venezuela vor allem Ablenkung; das eigentliche Ziel sei die Destabilisierung der muslimischen Welt und das Kappen chinesischer Öl- und Handelsrouten.
  • Die USA profitieren laut Artikel als größter LNG-Exporteur von der Energieknappheit in Europa, weil sie teures Erdgas verkaufen und ihre Hegemonie gegenüber China absichern können.
  • Israel wird als geostrategischer Profiteur einer zersplitterten Region dargestellt, während Staaten wie Iran, Syrien, Libyen oder Indonesien als Knotenpunkte in einem größeren Machtkonflikt beschrieben werden.
  • Für Deutschland sieht der Artikel vor allem Nachteile: hohe Energiepreise, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und eine stärkere Abhängigkeit von amerikanischem LNG statt günstiger russischer Energie.
📋 Häufige Fragen →

Florian Homm lehnt sich derzeit weit aus dem Fenster und lässt uns an seinen Recherche-Quellen teilhaben. Er beschreibt transparent und nachvollziehbar die Hintergründe des Iran-Kriegs und umliegender Konflikte. Letztlich geht es um die Weltherrschaft und darum China zu schädigen.


📚 Deep Research — Quellentext

Die geopolitische Weltlage: Hintergründe, Interessen und die Rolle der Energie

Laut Florian Homm beruhen viele der aktuellen globalen Konflikte auf einer grundlegenden, oft missverstandenen geostrategischen Agenda. Um seine Analysen zu stützen, verweist Homm auf eine umfangreiche Datenbasis: Er gibt an, über 9.437 Quellen zu verfügen, von denen er regelmäßig etwa 150 Quellen für seine Auswertungen nutzt.

Die wahren Hintergründe der globalen Konflikte

Nach Homms Darstellung sind weithin diskutierte Konflikte wie der Ukraine-Krieg oder die Krise in Venezuela lediglich geopolitische Ablenkungsmanöver. Das eigentliche, übergeordnete Ziel der westlichen Geheimdienste (insbesondere CIA, MI6 und Mossad) sei die systematische Schwächung und Zerstörung Chinas sowie der muslimischen Welt.

Der Hintergrund ist rein wirtschaftlicher und ressourcentechnischer Natur: China bezieht 55 % seiner Ölimporte aus den GCC-Staaten (Golf-Kooperationsrat) im Nahen Osten, wobei Saudi-Arabien und der Iran (13 %) zentrale Rollen spielen. Das primäre Ziel der USA und Israels sei es, diese Energieversorgungslinien zu kappen, um Chinas wirtschaftlichen Aufstieg und die chinesisch-russische Allianz dauerhaft zu brechen. Dazu werde gezielt "Zersetzung" und "Subversion" in der muslimischen Welt betrieben, um diese zu balkanisieren und in permanenten Kriegen zu halten.

Die Interessen der USA und Israels

In diesem von Homm beschriebenen globalen "Schachspiel" lassen sich die Interessen der beiden Hauptakteure klar definieren:

  • USA: Die USA haben ein massives wirtschaftliches Interesse an der globalen Destabilisierung, da sie im Jahr 2023 zum größten Flüssiggas-Exporteur (LNG) der Welt aufgestiegen sind. Sie profitieren direkt von der Energieknappheit in Europa, indem sie die EU zwingen, teures amerikanisches Erdgas zu kaufen. Zudem geht es um die Wahrung der globalen Hegemonie gegenüber China.

  • Israel: Israel profitiert geostrategisch von einer zersplitterten und kriegsgeplagten muslimischen Nachbarschaft. Wirtschaftlich positioniert sich Israel laut Homm (unter Berufung auf den CEO von Energean) als das einzige energieunabhängige Land im Mittelmeerraum. Zudem profitiert Israel von massiver finanzieller Unterstützung durch die USA (ca. 350 Milliarden US-Dollar seit 1946) und Deutschland (bisher ca. 89 Milliarden US-Dollar).

Genannte Staaten und deren geopolitische Funktion im Konflikt

Homm ordnet verschiedenen Staaten spezifische Rollen in dieser Konfliktstrategie zu:

  • China: Hauptziel der Angriffe; soll durch das Abschneiden der Öl-Zufuhr aus dem Nahen Osten ökonomisch besiegt werden.

  • Iran: Zentrales Ziel westlicher Destabilisierung, da das Land ein wichtiger Energielieferant für China ist und eine neutrale Brücke für die chinesische Seidenstraße bildet.

  • Saudi-Arabien & Katar: Konfliktpotenzial durch westliche/israelische Geheimdienste (Mossad, CIA), um Infrastruktur zu zerstören und Öl-Transporte nach China zu unterbinden.

  • Pakistan / Afghanistan: Konflikt an der iranischen Grenze, um die Region zu destabilisieren und die logistische Anbindung des Iran an Asien zu stören.

  • Indonesien: Drohender Konflikt (Bürgerkrieg/Militäroperationen), um die maritime Route der chinesischen Seidenstraße in dem zu 87 % muslimischen Land zu unterbinden.

  • Syrien, Sudan, Nigeria, Libyen, Irak: Länder, die laut Homm durch gezielte Förderung von Terrorgruppen (wie ISIS, Boko Haram) durch westliche Geheimdienste zersetzt wurden oder werden, um rohstoffreiche muslimische Staaten zu destabilisieren.

  • Türkei & Aserbaidschan: Staaten, die beinahe in einen regionalen Krieg (US/Israel gegen Iran) hineingezogen wurden.

  • Ukraine & Venezuela: Schauplätze, die lediglich der globalen Ablenkung dienen.

  • Norwegen: Ein weiterer großer Profiteur der aktuellen globalen Energie- und Gaskrise.

  • Russland: Die Allianz zwischen Moskau und Peking soll durch die Konflikte zerschlagen werden.

  • Frankreich & Deutschland: Wirtschaftliche Verlierer, deren politische Führungen laut Homm (z.B. Friedrich Merz / Blackrock oder Emmanuel Macron / Rothschild) tief in die Interessen westlicher Finanzeliten verstrickt sind.

Auswirkungen auf Deutschland: Energiepreise und Lösungsansätze

Homms Ausführungen verdeutlichen, dass Deutschland und Europa die wirtschaftlichen Verlierer dieses geostrategischen Spiels sind. Die EU bezieht inzwischen Erdgas und Erdöl im Wert von geschätzt 260 bis 270 Milliarden Euro aus den USA, allein im ersten Quartal 2023 waren es 23,5 Milliarden Euro.

Voraussichtliche Folgen und Energiemangel: Durch den Wegfall günstiger russischer Energieimporte ist Deutschland gezwungen, seine Gasspeicher mit dem teuren amerikanischen LNG aufzufüllen. Die voraussichtlichen Folgen sind dauerhaft extrem hohe Energiepreise, welche die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie (die "zweitwichtigste Wirtschaftsnation der EU") massiv beschädigen. Die USA haben laut dieser Lesart ihr Ziel erreicht, einen Konkurrenten zu schwächen und gleichzeitig einen gigantischen neuen Absatzmarkt für ihre eigene Energieindustrie zu schaffen.

Nordstream 2 als potenzieller Lösungsansatz: Ordnet man die Interessenlage in den geopolitischen Gesamtzusammenhang ein, ergibt sich ein klares Bild bezüglich der Energieinfrastruktur: Die Zerstörung der günstigen eurasischen Energieversorgung (Nordstream) diente primär den wirtschaftlichen Interessen der USA (als LNG-Exporteur) und dem Ziel, die russisch-europäische Annäherung zu verhindern.

Ein pragmatischer Lösungsansatz, um den drastischen Energiemangel zu mindern und die enormen Energiepreise für die deutsche Wirtschaft und die Verbraucher zu senken, wäre die Wiedereröffnung der verbliebenen, noch intakten Röhre von Nordstream 2. Dies würde die massiven Kosten für die Wiederauffüllung der Gasspeicher senken und die Abhängigkeit von überteuertem US-Fracking-Gas reduzieren. Ein solcher Schritt würde jedoch direkt den skizzierten hegemonialen und wirtschaftlichen Interessen der USA (Verkauf von LNG) zuwiderlaufen, weshalb Homm argumentiert, dass die politische Führung in Deutschland derart an amerikanische Finanzinteressen gebunden ist, dass rationale, dem eigenen Volk dienende Entscheidungen verhindert werden.

Häufige Fragen

Worum geht es in der Analyse von Florian Homm zum Iran-Krieg?

Laut dem Artikel geht Homm davon aus, dass der Iran-Krieg Teil einer größeren geopolitischen Strategie ist. Dabei sollen Energieversorgungslinien kontrolliert und Chinas wirtschaftlicher Aufstieg geschwächt werden.

Warum spielt Energie in diesem geopolitischen Konflikt eine so große Rolle?

Der Artikel beschreibt Energie als zentrales Machtinstrument, weil China stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängt. Wer diese Lieferketten beeinflusst, kann nach dieser Logik auch Chinas Wirtschaft und die chinesisch-russische Allianz unter Druck setzen.

Welche Rolle sollen die USA laut Artikel in der globalen Krise spielen?

Die USA werden als Hauptprofiteur der Destabilisierung dargestellt, weil sie als großer LNG-Exporteur teures Gas nach Europa verkaufen können. Gleichzeitig geht es laut Artikel um die Sicherung der globalen Hegemonie gegenüber China.

Warum ist Deutschland laut Artikel ein Verlierer dieser Entwicklung?

Deutschland verliert laut Artikel durch den Wegfall günstiger Energieimporte aus Russland und die Abhängigkeit von teurem US-LNG. Das führt zu dauerhaft hohen Energiepreisen und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Welche Lösung schlägt der Artikel für die Energiekrise in Deutschland vor?

Als pragmatischen Ausweg nennt der Artikel die Wiedereröffnung der noch intakten Röhre von Nord Stream 2. Dadurch könnten die Energiepreise sinken und die Abhängigkeit von überteuertem LNG reduziert werden.

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